shadesofgrey
Donnerstag, 12. Juli 2012

[Rezension] Shades of Grey von E.L. James

[Shades of Grey] von E.L. James
erschienen beim Goldmann Verlag
1. Auflage 2012 / 602 Seiten
ISBN: 978-3442478958
Taschenbuch
12,99 €
– KEINE JUGENDFREIGABE –

„Versuch es wenigstens“, flüstert er. Da ist sie, die Herausforderung, die mich lockt. Er legt den Kopf schief und verzieht das Gesicht zu diesem unglaublich attraktiven Grinsen. Plötzlich bekomme ich keine Luft mehr. Ich bin Eva im Garten Eden, und er ist die Schlange, der ich nicht widerstehen kann.
Durch ein Interview, welches die 21-jährige, jungfräuliche Anastasia für ihre kranke Freundin antritt, lernt sie den reichen und äußerst attraktiven Christian Grey kennen. Nach dieser verwirrenden Begegnung mit dem reichen, selbstbewussten Mann möchte sie ihn auch schnellstmöglich wieder vergessen. Jedoch hat der geheimnisvolle „Ich-bin-emotionsflexibel-Mr. Grey“ sexuelle Dinge mit der jungen Studentin vor über die man keinesfalls beim „Dr.Sommer-Team“ stolpert.


Ich muss unbedingt mal bei einem Hype dabei sein. Mittendrin statt nur dabei! Voller Euphorie kaufe ich mir das Buch und beginne sofort. Ich bin total angeregt, nein, AUFgeregt als die Geschichte von Ana und Christian beginnt. Langsam aber sicher nimmt sie ihren Lauf und es dauert gar nicht lange bis ich die ersten 150 Seiten verschlungen hab. Die Dauer bis zum ersten großen Akt der Beiden ist bewusst in die Länge gezogen und fesselt mich zunehmend. Ich bin aufgeregt und interessiert wie die erotischen Szenen beschrieben sind. Meine Laune wird seit langem durch den Schreibstil gestört.
Er ist zwar einfach und verständlich, jedoch nur bis zu dem Zeitpunkt als sich entweder die Autorin oder der Lektor gedacht hat er oder sie müsste Fremdwörter wie „postkoital“ oder Wortwiederholungen
im ungeahnten Ausmaß einbauen. „Das Ziehen im Unterleib“, die „innere Göttin“ oder die Handlung der „aufgerissenen Kondompackung“ haben mich zunehmend gelangweilt, wenn nicht sogar sehr genervt.
Auch die anfängliche Sympathie für das unerfahrene Mädchen schlägt schnell in Abneigung um. Viele unrealistische Parts des sexuellen Akts oder Verhaltensweisen der Hauptprotagonistin lassen mich immer öfter mit den Augen rollen. Kurz nach der Hälfte bin ich sogar am Überlegen ob es sich wirklich lohnt weiterzulesen. Der Charakter Christian Grey jedoch, hat mich aufgrund seiner geheimnisvollen, wenn auch schmutzigen, Vorlieben dazu gebracht die Story weiter zu verfolgen. Neue Fragen in Form von „Wie wurde er überhaupt zu so einem kranken Typen?“ oder „Wird mehr aus den Beiden als nur SM-Partner?“ werden in den Raum geworfen. Diese Ungewissheit zieht sich durch das ganze Buch und muss auch der Reiz für mich sein es zu Ende zu lesen. Nach einem mittigem Tief geht es zum Finale hin glücklicherweise wieder bergauf, wobei auch Anastasia wieder Pluspunkte bei mir sammelt.
Zwischen der genannten „Story“ gibt es viel SEX, SEX und nochmals SEX. Mit häufigem Kopfschütteln und skeptischem Gesichtsausdruck habe ich u.a. miterlebt wie die unerfahrene, gerade entjungferte Studentin ohne zu zögern den Dödel von Mr. Grey mit dem Mund befriedigt. Mit Bravur meistert sie selbstverständlich ihren ersten Blowjob, wobei ihr die Kenntnis des Wortes „Blümchensex“ gänzlich fehlt. Total realistisch :/ *ironieoff* . Dies nur als eines der mich skeptisch machenden Beispiele. 
Für die jüngere Generation ist „Shades of Grey“ nicht zu empfehlen. Man sollte dieses Buch erst ab 18 Jahren lesen, da sonst ein falscher Eindruck vom Thema Sex und Vorlieben auftreten könnte.
Zu viel Hype, zu viele Erwartungen. Shades of Grey hat mich zu Beginn gebannt, im mittleren Teil gelangweilt und mit seinen Wortwiederholungen fast ins Aus geschossen. Der Cliffhanger und die geheimnisvolle Geschichte um Christian reizt mich so sehr, dass ich in die nächsten beiden Bände all meine Hoffnung für mehr Realismus und Wortwahl lege.
Meine Wertung

3 von 5

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