Sonntag, 28. Oktober 2012

Rezension | ASHES – Brennendes Herz (Bd.1) – Ilsa J.Bick

Originaltitel: ASHES | Autorin: Ilsa J. Bick | 512 Seiten | ISBN: 978-3-863-96005-6 |
Hardcover | 19,99 € | eBook | 18,99 € | Egmont INK Verlag | Leseprobe |


U_005_INK_ASHES.IND6Die siebzehnjährige Alex befindet sich mitten in den Bergen, als eine ungeahnte Druckwelle sie und ihre Umgebung völlig verändert. Einige Menschen fallen sofort tot um, andere werden zu sogenannten "Veränderten", die Jagd auf ihre Mitmenschen machen. Mit ihrem Gehirntumor hatte Alex bisher mehr als genug zu kämpfen und muss sich nun auch gegen jugendliche Kannibalen wehren. Glücklicherweise lernt sie in der Postapokalypse den 22-jährigen Tom kennen, der ihr mit seiner Erfahrung aus dem Irak-Krieg nicht nur Hoffnung schenkt.

 

Alex ist ein selbstständiges Mädchen, das sich mit der Asche ihrer Eltern, einer Waffe und einem Gehirntumor mitten in einem Nationalpark befindet. Auf den ersten Seiten liest man über ihre Selbstmordgedanken, die Gleichgültigkeit gegenüber ihrer Krankheit und wie sich ihr Zustand seit der Diagnose verändert hat. Der Prolog lässt mich etwas völlig anderes erwarten und ich bin mehr als erstaunt, als es zu der Druckwelle kommt – keine unnötig lange Einleitung oder langweiligen Erklärungen. Die Autorin fackelt nicht lange: Spannendes kommt Schlag auf Schlag und lässt mich das ursprüngliche Ziel von Alex schnell vergessen.

Da Alex zu Beginn gezwungen ist, die achtjährige trotzige Ellie mitzunehmen wird mein Nervensystem wahrlich strapaziert. Das nervige Gör macht sich u.a. dadurch unbeliebt, dass sie gern mal von den notwendigen Lebensmitteln nascht und sich einfach nichts sagen lassen möchte. Ohne sie wäre Alex wohl besser vorangekommen, was mir einige Schwitzattacken erspart hätte. Das diese Ereignisse die Spannung jedoch sehr gesteigert haben, kann man nicht leugnen.

 

Im Laufe des Buches werden immer mehr Spekulationen angestellt, weshalb manche Jugendlichen zu "Veränderten" werden, andere "Verschonte" bleiben und wieder andere zu "Erweckten" wurden. Alex Geruchssinn, den sie durch die vielen fehlgeschlagenen Chemotherapien verloren glaubte, kommt besser denn je zurück, was sich als Segen und Fluch herausstellt. 

 

Der Überlebenskampf in der völlig veränderten Umgebung wird nie langweilig. Die Cliffhanger, die sich an jedem Kapitelende befinden, bringen mich durchgehend dazu, weiterzulesen. Es gibt nur eine kurze Passage, in der keine nennenswerten Ereignisse passieren, in der mir als erstes wieder in den Sinn kommt: Was war Alex' ursprüngliches Ziel?

 

Tom ist ein charmanter und cleverer Kerl, der mir mit zunehmender Seitenzahl immer sympathischer wird. Das sich Alex und er ineinander verlieben, ist nur am Rande erwähnt und nicht die Kernessenz der Geschichte, was ich ziemlich gut finde. Allein Alex, Ellie und Tom waren als vollwertige Charaktere für mich greifbar. Wo die Drei für mich vorstellbare Jugendliche waren, waren andere Hinzugestoßene für mich nur durchsichtige Hülsen mit Namen, was das Ganze etwas verwirrend machte.

 

Der unerwartete Cliffhanger am Schluss war genial. Ich rief laut "Neeeein", als das Buch sein Ende fand. Ich brauchte unbedingt den zweiten Band, den ich bereits jetzt zu einem Viertel gelesen habe.

 

Ein durchgängig packendes Abenteuer in einer postapokalyptischen Zeit, die mit unerwarteten Wendungen und süchtigmachenden Cliffhangern glänzt. Sympathische Charaktere, mit denen man gemeinsam ums Überleben kämpft und die Erfahrung teilen muss, dass nicht nur jugendliche Kannibalen Feinde sind. Ein MUST-READ für mich.

 

 

Meine Wertung

sys_Bewertung-5

 

 

Früherer Beitrag Nächster Beitrag