Kurzbeschreibung
Dienstag, 27. November 2012

(°°Rezension°°) „Enzo – Die Kunst, ein Mensch zu sein“

Enzo – Die Kunst, ein Mensch zu sein

von Garth Stein
Droemer Knaur Verlag // 336 Seiten
Taschenbuch // 8,95 €
ISBN: 978-3-426-50019-4 
Enzo ist nicht einfach nur ein Hund. Enzo ist intelligent, aufmerksam und weiß, dass er im nächsten Leben ein Mensch sein wird. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass das Herrchen Denny für ihn das beste Vorbild darstellt. Rennfahrer… genau das möchte Enzo auch werden. Als Denny seine Liebe Eve heiratet, ist Enzo etwas eifersüchtig, was aber durch die Geburt der kleinen Tochter Zoe mehr als vergessen ist. Leider bestimmen jedoch nicht nur Sonnenseiten das Leben der kleinen Familie und bald scheinen die dunklen Schatten kein Ende mehr nehmen zu wollen. Während Enzo jederzeit zu Denny hält und ihn durchs Leben begleitet, wird der Leser auf besondere Weise in die Kunst eingeführt „ein Mensch zu sein“.
„Puh!“ Das war mein Gedanke, als ich das Buch beendet hatte. „Wie soll ich vermitteln, dass dies kein 0815-Roman ist, nur weil er aus der Sicht eines Hundes geschrieben ist?“ Das Buch beginnt, wie auch die meisten Leben beginnen – mit der Geburt. Der kleine Enzo, den Denny auf einem Bauernhof erworben hat, ist sich ziemlich sicher, dass er mindestens einen Terrier in seiner Labrador-Mischung hat, denn „alles andere käme wohl charakterlich mal gar nicht in Frage“ ;) Ab der ersten Seite schließt man ihn in sein Herz und tappst mit ihm durch die Welt von Denny. 
Teilweise treudoof schildert er seine Umwelt und gibt sein Verständnis der „menschlichen Wesenszüge“ zum Besten. Man muss man wirklich schmunzeln wenn er ganz direkt preisgibt, wie sein Herrchen Denny dessen Frau Eve „besteigt“ und die beiden „jaulende Laute“ von sich geben. Drollig und fast zum Schreien niedlich gibt es solche und noch weitere Beschreibungen von Enzo, die die Geschichte zwar sehr charmant jedoch nicht kindisch oder gar lächerlich wirken lassen. Dieser Charme ist eigentlich auch DAS Besondere an diesem Werk. Ein treuer Hund mit teilweise naiven Ansichten – (verständlicherweise, denn als Hund kann man ja nicht alles wissen ;) ) mit einer riesen Liebe zum Rennsport, die er zusammen mit „seinem Denny“ auslebt. Diese Treue zwischen den beiden ist zum Greifen nah. Mitreißend und so einnehmend, dass es dir beim Lesen einen tiefen Atemzug kostet um nicht sofort ins Land der Tränen überzuwandern. Lass die Tage noch so grau und den Hund noch so stumm sein, aber dieses Buch hat mich berührt und eingenommen, wie ich es bei dieser Art von „Tiergeschichte“ nicht für möglich gehalten hätte. 
Wie gesagt: Enzo ist nicht nur irgendein Hund. Die charismatischen Wesenzüge des Vierbeiners sind perfekt mit einem logisch denkenden Gehirn verwoben worden und gibt dem Leser so viel mehr. So viel mehr Einblick in die Welt des Hundes und der Reaktion gegenüber anderen. Natürlich spielen Enzo und Denny zwar die Hauptrollen, jedoch lassen die „menschlichen Monster“ auch nicht lange auf sich warten. Diese sind, wie in diesem Buch wieder mal bewiesen, meist sogar die besseren Tiere wenn es um Grausamkeit, Macht und Geld geht. Obwohl man schnell zu wissen glaubt wie das Buch endet, ist das ein fataler Fehler. Man muss diese Geschichte von vorne bis hinten in sich hineinziehen um auch jede Facette, jede naive Beschreibung und jeden Wesenszug von Enzo mitzubekommen. 
Ich habe dieses besondere Buch sehr in mein Herz geschlossen, da es mir u.a. auch von einem lieben Menschen geschenkt worden ist. „Ein Buch, welches zu beschreiben eigentlich über Worte hinausgeht <3“
„Enzo – Die Kunst, ein Mensch zu sein“ ist kein 0815-Roman aus der Sicht eines Hundes. Liebe- und humorvoll wird man von einem Vierbeiner, seinen besonderen Ansichten und dem Wunsch in seinem nächsten Leben ein Mensch zu sein, durch diese besondere Geschichte geführt. Mit enormen Gefühl, Treue und Durchhaltevermögen beweisen Denny und Enzo, dass man mit einem Freund an der Seite alles schafft – selbst wenn einer davon nicht sprechen kann.

WERTUNG
5/5 „goldene“ Brillen
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