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Sonntag, 6. Januar 2013

(°°Rezension°°) „Die Verratenen“

°° Die Verratenen °°

von Ursula Poznanski
Loewe Verlag // 464 Seiten
Hardcover // 18,95 €
ISBN: 978-3-7855-7546-8
Das perfekte System, in der die 18-jährige Ria behütet in den Sphären aufgewachsen ist und ausgebildet wurde, gerät aus den Fugen. Im ersten Band dieser Trilogie belauscht sie ein Gespräch einflussreicher Männer ihrer Heimat und wird einer Verschwörung angeprangert. Zusammen mit fünf ihrer Mitschüler soll sie hingerichtet werden. Bald. Bevor sie sich entsinnen können, befinden sie sich auf der Flucht: Vor der fremden Außenwelt und den eigenen Reihen.

Nach „Erebos“ ist „Die Verratenen“ der zweite Titel den ich von Ursula Poznanski gelesen habe. Aufgrund vieler positiver Stimmen und meiner Vorliebe für „dystopische Sachverhalte“, habe ich hier zugeschlagen. Mit einer Leichtigkeit findet man sich in der perfekten Welt von Ria ein, in der von Salvatoren und anderem technischen Gerätschaften die Rede ist. Jedoch, und das ist ein Talent, über das nicht alle Autoren verfügen, kommt mir diese ganze „neuartige Welt“ gar nicht so fremd vor. Mit einer Selbstverständlichkeit gewinnt die Geschichte rasch an Spannung und sehr bildhaft wird mir die Sphärenwelt vor das innere Auge gehalten. Jedoch kreuzen viele Namen meinen Weg und nicht immer kann ich alle behalten oder greifbaren Charakteren zuordnen. 
Die Beziehung, die Ria zu „der Nummer 1“ Aureljo pflegt, wirkt auf mich sehr kontrolliert. Die Autorin macht mir sehr deutlich bewusst, dass sich die Schüler in diesem Sphären-System, aufgrund vorherrschender Frei- und Sicherheit, trotz alledem verhalten benehmen. Bei Fehlern werden ihnen Punkte und somit Ränge abgezogen. Hohe Ränge bedeuten Erfolg. Das Ria vor allem in Sprachbegabung und Gestik ausgebildet wird, gibt diesem Buch in den Abschnitten, in denen sie es eindrucksvoll unter Beweis stellt, einen gewissen Kick. Genial durchdacht und beschrieben, habe ich dabei das Gefühl sogar etwas lernen zu können.
Leider ist nach knapp der Hälfte des Buches etwas die Luft raus. Einige Stellen sind zu langatmig und mir fehlt das „Ereignisfeld“ ;). Meine Spannungskurve ist bis 80 Seiten vorm Ende wahrlich im Keller und ich habe ernsthafte Befürchtungen, dass mich „Die Verratenen“ enttäuschen wird. Wie die Charaktere im Buch kämpfe auch ich mich zum Ende und sehe einen Lichtschimmer. Und dann ist es da: Ein (Entschuldigt diesen „Jugendjargon“) „BÄM!“-Finale. Spannend, unerwartet, neugierweckend und doch mit viel Luft für die Bände 2 und 3. Ich bereue es in keinem Fall durchgehalten zu haben und verbeuge mich vor Ursula Poznanski.

„Die Verratenen“ ist ein beachtlicher Auftakt dieser Trilogie. Innovativ, neuartig und anders beweist Ursula Poznanski auch hier ihr Geschick für ungeahnte Wendungen. Viele Namen und das vorübergehende Spannungstief lassen mich nicht über das geniale Ende hinwegsehen.
Meine Wertung
4 von 5

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