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Dienstag, 15. Januar 2013

(°°Rezension°°) „Gefühle zeigen erlaubt“

Coverbild: www.ulrike-hirsch.de
°°Gefühle zeigen erlaubt°°

Cover & Illustrationen: Ulrike Hirsch
 
Eigenverlag // 96 Seiten
Taschenbuch // 9,90 €
ISBN: 978-1480163362
Auch erhältlich als Ebook (5,90 €)
Ich stimme denjenigen zu die sagen, dass das Cover einen konfessionellen Inhalt vermuten lässt. Auch mit hat es im ersten Augenblick an die netten Bilder aus der Konfirmantenzeit erinnert, doch bereits das Vorwort der Autorin Kerstin Werner hat mich eines besseren belehrt. In „Gefühle zeigen erlaubt“ geht es in keinster Weise um religiöse Inhalte, jedoch um einen Glauben bzw. um die Glaubenssätze die jeder mit sich selbst herumträgt. Dass sie vor allem durch die Erziehung, das persönliche Umfeld und Erfahrungen zu einer unbekannten Weisungskraft unseres Handelns und Fühlens geworden sind, ist uns meist gar nicht bewusst.
In 25 Kurzgeschichten nimmt mich Kerstin Werner mit auf eine Reise. Diese Reise ist kein Roman. Nein, dieses Buch besitzt nicht mal wirkliche Protagonisten. Die eigentliche Person um die es beim Lesen geht, bin ich selbst. Jede einzelne Erzählung ist eine Metapher*, die jedem von uns etwas mit auf dem Weg geben möchte. 
Nicht falsch verstehen, es geht nicht um okkulte oder esoterische Künste. Es ist jedoch Fakt, dass sich viele Menschen heutzutage nicht trauen ihre Gefühle zu zeigen. Trauer, Wut, Frust oder Abneigung aber auch wahre Freude, Euphorie und Aufregung steuern uns unbewusst und komischerweise sitzen wir manchmal in einer Sackgasse. Ich gebe zu: Ich war zuerst sehr skeptisch. Wie sollen mir viele ganz kurze Geschichten auf dem Weg zu mir selbst helfen? Natürlich trifft auch nicht jede Geschichte auf mich zu. Es sollte auch kein Buch sein, das man in einem Zug durchliest, denn dafür ist es nicht gedacht. 
Ich finde es unglaublich toll, was „Gefühle zeigen erlaubt“ MIR gezeigt hat. Dinge, die ich vielleicht eigentlich schon wusste, aber verdrängt oder keine Lösung parat hatte. Ich wette, dass die Leser dieses Buches MINDESTENS eine Geschichte haben die sie betrifft und beginnen darüber nachzudenken. Und wenn es nur „Was könnte dran sein?“ ist. Vielleicht beginnen sie auch zu weinen, lachen oder den Mensch, die der Leser seit langem eigentlich vermisst einen Brief zu schreiben?! Mit der abschließenden Geschichte hat die Autorin das Buch nicht nur perfekt abgerundet sondern sich letztendlich meine komplette Anerkennung verdient. Ich bin dankbar einen solchen Schatz zu besitzen und wünsche mir, dass noch viele andere einen Versuch wagen und sich selbst besser kennenlernen.
Zuerst unglaublich skeptisch, letztendlich unglaublich begeistert. Kerstin Werner nimmt den Leser in „Gefühle zeigen erlaubt“ mit auf eine besondere Reise ins Unterbewusstsein. In 25 Kurzgeschichten gibt sie die Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln und von Lösungsmöglichkeiten zu erfahren, die bisher vielleicht im Verborgenen geschlummert haben.
Meine Wertung
4 von 5
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