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Dienstag, 3. September 2013

„Wunder“ – Raquel J. Palacio

Originaltitel: Wonder | Autorin: Raquel J. Palacio | Übersetzung: André Mumot | Seiten: 384 | Hardcover 16,90 € | Taschenbuch 9,95 € |  ISBN: 978-3-446-24175-6 | Hanser Verlag


August ist eigentlich ein ganz normaler 10-jähriger Junge. Er isst Eis, fährt Fahrrad, spielt Ball und besitzt eine Xbox. Leider ist August nur innerlich „normal“, denn schon in früher Kindheit musste er oft am Gesicht operiert werden, was ihn sehr entstellt. „Auggie“ ist es gewohnt, dass die anderen Kinder gemein sind, dennoch wird es sein erstes Jahr an einer richtigen Schule sein. Mit dem Rückhalt seiner Eltern und seiner Schwester Via, muss er alle Kraft aufbringen um diese neue Herausforderung in seinem Leben bestehen zu können.

Palacio_24175_MR1.inddDer Schutzumschlag von „Wunder“ ist auf den ersten Blick wirklich gelungen: Er verrät einiges über den Inhalt, jedoch nicht so viel, dass man das Interesse an der Geschichte verliert. Und auch auf den zweiten Blick überzeugt das Äußere mit Aussagen, die da lauten „Die Debütsensation des Jahres 2012“ (London Times) oder „Ein Buch, das erwachsene Männer zum Weinen bringt“ (The Guardian). Mich persönlich konnte erst die Leseprobe mit dem absolut einnehmenden Schreibstil überzeugen. Eine kindliche naive Art von Leichtigkeit, die unschöne Gedanken mit sich und zu dem Leser bringt.

Allerdings ist die Geschichte von August selbst alles andere als „leicht“, denn schon seit er klein ist macht er jeden Tag aufs Neue Bekanntschaften mit der Grausamkeit von anderen Kindern, wenn nicht sogar Erwachsenen. Die bildhafte Vorstellung davon ärgert, macht wütend, traurig. Nicht nur August, sondern auch mich als Leser. Raquel Palacio verpackt bedrückte Stimmungen genau richtig, verleiht jedem Kind einen besonders authentischen Charakter und verpasst nicht, den/die Helden zu küren.

Dass mich „Wunder“ genau so grandios überzeugt hat wie die zu Beginn zitierten Stimmen kann ich nicht behaupten, jedoch merkte ich gegen Ende doch wie sehr mir alle teilnehmenden Charaktere ans Herz gewachsen waren. Wie die Letzten zu Ersten, Feinde zu Freunden und aus Tränen ein Lachen wurde.

Meine Wertung

 

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