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Mittwoch, 27. November 2013

„Ein Tag im März“ – Jessica Thompson

Originaltitel: Three Little Words | Autorin: Jessica Thompson | Übersetzung: Dietmar Schmidt | 431 Seiten | ISBN: 978-3-404-16925-2 | Taschenbuch 9,99 € | eBook 8,49 € | Bastei Lübbe Verlag


Seit Wochen kommt die hübsche junge Frau täglich zu Adam ins Café, trinkt immer das gleiche Getränk und starrt stundenlang traurig aus dem Fenster. Was er nicht weiß: Bryony versucht den Verlust ihrer großen Liebe Max zu verkraften, der an einem Tag im März erschossen wurde. Ein Unfall. Das Leben Vieler veränderte sich seitdem schlagartig und auch der Täter bereut seine Tat zutiefst…

1_0_8_7_7_9_1_978-3-404-16925-2-Thompson-Ein-Tag-im-Maerz-orgEs gibt Bücher, die sprechen dich von vornherein an. Egal ob Cover, Klappentext oder ob von einem bestimmten Autor geschrieben, sie sprechen dich einfach an. Manche Bücher jedoch enttäuschen dich, erfüllen nicht deine Erwartungen oder sind gar so unschön, dass man Mitleid für den Baum empfindet, der dafür gefällt werden musste. Dann gibt es allerdings noch die gedruckten Seiten, die überraschen, positiv stutzig machen und dich auf einer persönlichen Ebene tangieren, dass du sogar nach Zuschlagen des Buches darüber nachdenkst, was es dir mitgeben will und kann. Zu Letztgenannten gehört „Ein Tag im März“.

Aus dem Leben gegriffen und wie es unverfälscht geschehen kann, erzählt Jessica Thompson die Geschichte einer handvoll Menschen, deren Schicksale seit einem bestimmten Tag einschneidende Wendungen genommen haben. Jede Seite wird vielversprechend genutzt und es wird so wenig wie möglich, jedoch so viel wie nötig verraten, um neugierig dranzubleiben.

Obwohl es einige Personen sind, verleiht die Autorin jedem einzelnen Charakter ein authentisches Wesen, die alle zur Übermittlung der Botschaft von „Ein Tag im März“ beitragen und enorm wichtig sind. Spätestens wenn die ersten Tränen fließen, erkennt man, dass das Thema Vergebung für einen selbst eine Rolle spielt und dieses Buch so viel mehr geben kann, als eine dramatisch schöne Story.

Mit „Bryony“ leidet man wohl am meisten mit, da sie ihre große Liebe Max durch ein Unglück verlor und jedes Kapitel über sie ein realistisches Abbild einer Trauernden darstellt. Die Sinnlosigkeit und die Zweifel, wie das weitere Leben ablaufen soll, sind niemals erzwungen, sondern stets glaubwürdig dargestellt, sodass man das Beste für die Protagonistin hofft. Glücklicherweise hinterlässt dies keine negativen Spuren oder einen deprimierenden Beigeschmack. Die Ungewissheit ergreift einen bis zum Schluss und man möchte die Hoffnung für alle Beteiligten nicht aufgeben. Jessica Thompson verschaffte sich mit diesem Werk einen Platz unter meinen Jahreshighlights 2013.

Meine Wertung

sys_Bewertung-5

 

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