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Donnerstag, 6. Februar 2014

>> Rezension ‚Schleich di!‘ – Daniel Wiechmann

  
Schleich di!  
…oder Wie ich lernte, die Bayern zu lieben
Daniel Wiechmann
Knaus Verlag | 240 Seiten | ISBN: 978-3-8135-0516-0 |  Paperback | 14,99 € | eBook | 11,99 € | Leseprobe | Zur Verlagsseite des Buches | 
Der Inhalt in Kürze
Beruflich zieht der Autor Daniel mit seiner Familie von Berlin nach München, welches im schönen Bayern liegt. Der Heimat von Lederbuxn, Dirndl, Bier und einem netten Dialekt. Familie Wiechmann muss nicht nur feststellen, dass es hier vollkommen anders zugeht als im Norden Deutschlands, sondern auch, dass die bayerische Kultur mit all ihren Facetten, weit mehr zu bieten hat als „Weißwürscht“, Berge und ‚die Wiesn‘. Nicht zuletzt wird das Abenteuer „Planet Bayern“ von Daniels Arbeitskollegen Max verdeutlicht, der ist waschechter Bayer und hat ‚aus Prinzip‘ immer einen lockeren Spruch auf Lager.

Keine Frage ist es wert, wieso ich als Franke/Bayer dieses Buch lesen wollte. Eigene Kultur, die von einem Besucher „von oben“ beschrieben und letztlich bewertet wird. Auch schlägt der Autor eine relative zynische Erzählweise ein und man bemerkt seine Skepsis gegenüber der bayerischen Kultur. Er hat jedoch den schmalen Grad zwischen „arrogander Depp“ und „is hald a Unwissender“ tadellos gemeistert und mit Humor, ereignisreichen Geschichten und viel Beobachtungsgabe das Beste aus unserem schönen Bundesland rausgeholt bzw. „wos hald in 240 Seidn bassd“. Nicht alles was Daniel Wiechmann in „Schleich di!“ erzählt, entspricht 100% der Realität, er garantiert jedoch stets einen wahren Kern, der in den beachteten Klischees Bestätigung findet und jeden bayerischen Leser des Buches zufrieden nicken lässt.

Ein absolutes „Schmankerl“ sind die ‚wortwörtlichen‘ Reden mit all den charmanten Facetten des oberbayerischen Dialekts. Nicht selten musste ich lauthals lachen oder ganz begeistert meinen Freundinnen, die teilweise ebenfalls nicht hier leben, Ausschnitte abfotografieren und zeigen.

„Ja mei, i hätt jetzt net g’dacht, dass du so oan Hosenbiesler bist.“
„Ich bin kein Hosenbiesler“, erklärte ich empört.
„Na, dann bist halt a Breznsalzer, wenn dir des liaba is.“

– Seite 78 –

Im Laufe der Geschichte merkt man dem Autor an, wie sein vorhandener Zynismus der stetig wachsenden Zufriedenheit und Freude weicht, letztendlich verdrängt wird und er mit dem Herzen in München ankommt. ‚Aus Prinzip‘ würde Arbeitskollege Max wohl sagen: „Wer da net a mal lacht, der is a Hosenbiesler und a Breznsalzer“.
Meine Wertung
4 von 5

Servus middernand, Euer
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