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Samstag, 26. Juli 2014

Rezension | “Als Opapi das Denken vergaß” – Uticha Marmon

Magellan Verlag | 160 Seiten | ISBN: 978-3-7348-4004-3 | Hardcover | 13,95 € |
Nicht als eBook erhältlich | Leseprobe | Zur Verlagsseite des Buches |

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Mit dem folgenden Buchtipp gehen gleichermaßen zwei Premieren einher. Zum einen stelle ich hiermit das erste Kinderbuch ab neun Jahren vor und zum anderen ist „Als Opapi das Denken vergaß“ aus dem ersten Programm von Magellan – der frisch gestrandete Verlag mit dem Wal aus Bamberg.

 

Wie der Titel bereits vermuten lässt, erzählt das Buch eine Geschichte vom Vergessen. Fast jeden Sommer hat die kleine Mia ihren Urgroßvater, den sie „Opapi“ nennt, in Lindau am Bodensee besucht, doch in diesem Sommer soll es anders sein. Denn Opapi zieht zu ihr und der Familie nach Hamburg. Dass er sich manchmal nicht an Dinge erinnert, findet Mia nicht schlimm, umso schöner ist es, dass sie ihren 88-jährigen Uropa nun ständig um sich hat, denn dann kann sie ihn immer an die Sachen erinnern, die ihm gerade entfallen sind.

 

Mit dem Thema Demenz in der Familie blieb ich glücklicherweise bis heute verschont und fand es umso interessanter, mich in Form eines Buches heranzutasten. Zuerst hatte ich befürchtet, dass mir die ganze Geschichte nicht glaubwürdig erzählt werden könne, jedoch wirkt die angenehme Erzählstimme von Mia weder aufgesetzt noch lächerlich. Sie weckt mit ihrer kindlichen Art eher eine ordentliche Portion Neugier und begeistert mich Seite für Seite aufs Neue, für welche simplen Dinge sich Kinder faszinieren können. Die erheiternde Sichtweise des kleinen Mädchens zeigt liebevoll ihre Welt und die Sicht der Dinge und tastet sich langsam aber sicher an das schwierige Thema Demenz heran.

 

"Mit dem Thema Demenz in der Familie blieb ich glücklicherweise bis heute verschont und fand es umso interessanter, mich in Form eines Buches heranzutasten."

 
Zum weiteren Verständnis trägt auch der kleine Berti bei, der ein echter Lausbub ist, immer kommt und geht, wann es ihm passt und mit dessen Hilfe Mia noch besser verstehen kann, wieso ihr Urgroßvater öfter Sachen vergisst. Auch wenn ich als junge Erwachsene nicht 100-prozentig verstanden habe, was es mit dem kleinen Berti und „Opapi“ auf sich hat: Dies überlasse ich gerne der Fantasie der Kinder.
 
„Als Opapi das Denken vergaß“, ein Buch aus und für Kinderaugen, dessen liebevolle Herangehensweise an ein problematisches Thema mein Herz zu dem kleinen Kloß im Hals schlagen ließ.
 
 
Meine Wertung
sys_Bewertung-4
 

 
Buchkolumne in der Hersbrucker Zeitung, Wochenendausgabe 26.07/27.07.2014
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