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Samstag, 27. September 2014

Rezension | „Die Drei“ – Sarah Lotz

Goldmann Verlag | 512 Seiten | ISBN: 978-3-442-31371-6 | Broschiert | 14,99 € |
eBook | 11,99 € | Zur Verlagsseite des Buches | Leseprobe |


Lotz_DieDrei_U1.inddAls einen der wenigen Thriller die ich im Jahr lese, habe ich mir "Die Drei" ausgesucht, den ich von meiner Twittercommunity empfohlen bekam, als ich nach einem spannenden Titel fragte, der mich bis zum Ende nicht mehr loslassen würde. Der "Schwarze Donnerstag" dürfte jedem ein Begriff sein, jedoch handelt es sich in diesem Buch keinesfalls um den Börsencrash von 1929, sondern um den 12. Januar 2012, an dem vier Passagierflugzeige innerhalb weniger Stunden an vier unterschiedlichen Orten abstürzten. Scheinbar hatten die Unfälle nichts miteinander zu tun, außer dass in drei von vier Maschinen je ein Kind unverletzt blieb – die "Drei". Ein religiöser Fanatiker prophezeit mit diesen Kindern die Vorboten der Apokalypse und auch bald zeigt sich, dass das Unglück nicht durch terroristische Anschläge oder ein Unwetter verursacht wurden.

 

Die Journalistin Elspeth Martins beginnt anhand von immer größer kursierender Verschwörungstheorien zu forschen und veröffentlicht in Form eines eigenen Buches u.a. Transkripte, Inhalte von Webseiten, Interviews die sie u.a. via Skype geführt hatte und nicht zuletzt Nachrichten, die Passagiere in ihren letzten Lebensminuten aufzeichneten. Beklemmend genug, ist dies jedoch nur ein kleiner Anteil dessen was eine solche Katastrophe nach sich zieht, da viel mehr Menschen daran beteiligt sind als nur die Opfer selbst. Was von den Medien als Profit gesehen wird, ist für andere eine Verschwörung. Gerüchte, kulturelle Machtspiele und Größenwahn ziehen sich durch die Seiten und die Atmosphäre wird von Kapitel zu Kapitel einnehmender und düsterer.

 

"Was von den Medien als Profit gesehen wird, ist für andere eine Verschwörung."

 

Die vielen Charaktere und Namen und vorallem die Kern-Kapitel, in denen es um die überlebenden Kinder und deren Angehörige selbst geht, vernebelten meine eigene Sicht auf die Unfälle zunehmend und ich war um jeden Aufhänger froh um der Geschichte weiter folgen zu können. Dieses Manko ist jedoch kaum der Rede wert, hält der Thriller absolut was er verspricht – ein bisschen Psycho, ein bisschen Horror, ein bisschen grausame Realität.

 

Wäre es mir zeitlich und körperlich möglich gewesen, hätte ich die 512 Seiten in einem angehaltenen Atemzug durchgelesen. Mein Gott, war das spannend!

 

Meine Wertung

sys_Bewertung-5

 

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