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Sonntag, 9. November 2014

Rezension | „ENDGAME – Die Auserwählten“ – James Frey

Oetinger Verlag | 592 Seiten | ISBN: 978-3-7891-3522-4 | Hardcover | 19,99 € |
eBook | 12,99 € | Zur Verlagsseite des Buches | Zu www.endgame.de |


ENDGAME_Cover

ENDGAME – Die Auserwählten, das sogenannte crossmediale Buch sorgte mit seiner enormen Marketingkampagne für Aufsehen. „Ein Buch, das weit mehr als ein Buch“ ist und dem Leser, der das Rätsel als Erster löse, 500.000 $ in Goldmünzen verspricht. Ich war statt an dem Geld viel mehr an einer spannenden Story interessiert und muss gestehen, dass das Marketing von Oetinger seine Sache wirklich gut gemacht hat: Ich wollte es unbedingt haben.


Zwölf Meteoriten. Zwölf Spieler. ENDGAME. Seit Anbeginn der Zeit trainieren Nachfahren im Alter von 13 – 20 der ersten Zivilisationen für ihre Gattung, denn nur einer kann das tödliche Spiel gewinnen und die Menschen des eigenen Geschlechts retten. Mehrere hundert Jahre verstreichen, Spieler kommen und gehen und doch warten alle nur auf den Beginn von ENDGAME. Mal mehr, mal weniger erfreut.


Am Anfang werden alle Auserwählten vorgestellt, der Absturz der Meteoriten in den unterschiedlichen Teilen der Welt beschrieben und normalerweise kristallisieren sich hier schon die Favoriten für den Leser heraus. Aber egal, ob weiblich, männlich, brutal, clever oder guten Herzens, keiner der zwölf Jugendlichen war wirklich einer, dem ich es gegönnt hätte. Das ist gar nicht negativ gemeint, sondern eher, dass es einfach mal was Neues/Anderes war.


Die Atmosphäre ist durchgängig dunkel und actiongeladen – cool kann man sagen. Dramatische Kämpfe, die öfter mal nicht so enden wie erwartet, und ungewöhnliche Bündnisse können 592 Seiten sehr kurz werden lassen. Langeweile hatte ich nie, dafür war ich zu sehr von der genannten Atmosphäre begeistert und eingefangen. Außerdem kommen viele „echte“ Szenarien, Mythen und Legenden vor, die das ganze Spiel etwas realer wirken lassen, ohne die Kernhandlung mit zu viel „geschichtlichem Blabla“ zu überfüllen.


Ausgesprochen gut finde ich die Altersempfehlung ab 16 Jahren vom Verlag, da es oft ziemlich brutal und erbarmungslos zugeht. Da reichen manchmal allein schon die gnadenlosen Gedanken der Mitspieler.

 

"Die Atmosphäre ist durchgängig dunkel und actiongeladen – cool kann man sagen."


Mein Tipp: Keine Erwartungen an den Trilogieauftakt haben. Klingt schwer, aber damit fährt man wohl am besten. Es ist wahr, dass der Schreibstil von James Frey gewöhnungsbedürftig ist und auch über die ersten Kapitel hinaus eigenartig wirkt. Oft stehen in einer Zeile nur einzelne Worte oder im Falle eines Spielers ist wird man vom oft genannten „BLINZELZUCKZUCKBLINZEL“ irritiert sein, wenn man jedoch damit klarkommt, steht einer rasanten Geschichte nichts im Wege.


Überall im Text sind versteckte Hinwiese und rätselhafte Codes zu finden, die ich bewusst erst einmal links liegen gelassen habe, für mich lag die Geschichte an erster Stelle. Persönlich empfehle ich jedem, tatsächlich erst zu lesen und sich dann ans Rätselknacken zu machen, ansonsten leidet der Lesefluss.

 

Das Hörbuch (fließt nicht mit in „Meine Wertung“ ein) kann man sich meiner Meinung nach komplett sparen, da aufgrund der vielen Rätsel und Abbildungen ständig Fußnoten genannt werden und zudem viele Zahlenfolgen vorkommen, die selbst den besten Vorleser lächerlich erscheinen lassen. Wer tatsächlich die Rätsel lösen möchte, der ist auf jeden Fall auf das gedruckte Buch und die aufgeführten Links im hinteren Teil angewiesen, ansonsten kann ich mir bei der Hörversion nur äußerst umständlich vorstellen, wie die Nennung der Fußnote zum richtigen Rätsel/Link führen soll. 


ENDGAME bietet coole Unterhaltung. Wer sich mit dem Schreibstil anfreunden kann, der wird nicht nur den ersten Band lesen wollen. Schlagkräftige Kämpfe, unerwartete „Game Overs“ und ungeklärte Fragen machen Lust auf mehr und ich kann klar sagen: Ich hatte Spaß und gute Unterhaltung.


Meine Wertung


sys_Bewertung-4

 


Weitere Meinungen:
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