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Dienstag, 20. Januar 2015

Rezension | „Allee der Kosmonauten“ – Anne Krüger

Script5 Verlag (Loewe) | 400 Seiten | ISBN: 978-3-8390-0172-1 | Hardcover | 17,95 € |
eBook | 13,99 € | Zur Verlagsseite des Buches | Leseprobe |


AlleederKosmonauten_CoverAls Kind zieht Mathilda Unterwasser mit ihren Eltern und ihrer Schwester Teresa nach Berlin in die Allee der Kosmonauten. Ihr größter Wunsch war es immer Kosmonautin zu werden, was durch einen Schwindelanfall im Riesenrad und die darauf folgende Kotzerei auf die Bluse ihrer Freundin, schnell zunichte gemacht wurde. Sie ist schon immer eine Träumerin und will auch neben ihren häufigen Tag-Träumen den der Kosmonautin nicht aufgeben. Scheinbar alle ihre Freunde leben ein reibungsloses Leben, nur ihres will nicht sie so laufen wie sie es gern hätte.

 

Ungewohnt war zunächst, dass der wichtige Teil, weshalb Mathilda ihren Traum der Kosmonautin nicht ausleben kann, nur im Klappentext und nicht im Buch selbst Erwähnung findet. Zumindest nicht so offensichtlich, dass es mir aufgefallen wäre. Spürbar und deutlich hingegen, ist eine bedrückende, sogar teilweise deprimierende Stimmung, die von Anfang an in der Luft hängt und auch nie ganz verschwindet. Dies unterstreicht passenderweise den Zustand, dass die mittlerweile fast 30-jährige Frau Unterwasser eher widerwillig in einem Supermarkt arbeitet und es auch in der Liebe nicht rosig läuft.

 

Autorin Anne Krüger arbeitet mit zahlreichen Tag-Träumen und dem Umswitchen auf Mathildas Gedanken in der Vergangenheit, bleibt jedoch hauptsächlich in der Gegenwart. Diese Mischung passt perfekt zum Wesen der Protagonistin, ist sie doch tatsächlich sehr oft mit dem Kopf woanders und wirkt für Außenstehende häufiger verwunderlich.

 

"Es ist eins dieser Bücher, die sich schwer beschreiben lassen, weil es eigen
und teilweise skurril ist, als viele andere Titel für junge Erwachsene."

 

In manch wirren, scheinbar irrelevanten Absätzen werden schwierige Familienverhältnisse angedeutet, die Mathilda in der Vergangenheit geprägt haben und noch immer zusetzen. Das macht sich vor allem durch ihr Gefühl der Minderwertigkeit und mangelnden Vertrauen in andere Menschen bemerkbar. Ein ständiger Szenenwechsel unterstützt diese zur Verwirrung führenden Passagen noch zusätzlich, machte mich persönlich aber auch neugierig. Ist es Absicht der Autorin um von etwas Essentiellen abzulenken, in die Irre zu führen um damit auf einen unerwartete Wendung zuzusteuern? 
Einen wirklichen Spannungsbogen gibt es leider nicht, ist es eher ein ruhiges und, wie bereits erwähnt, bedrückendes Buch, das einem auch gerne das ein oder andere "Hä?" entlockt.

 

Ob ich aufgrund der vielen Negativpunkte bereue dieses Buch gelesen zu haben? Keinesfalls! Die eigentliche Message mag zwischen den Zeilen versteckt und die Geschichte bzw. der Aufbau an sich wahrscheinlich vielen – wie auch mir – suspekt sein, aber ich habe Mathilda mit all ihren irren Macken und Aussagen gern gewonnen und begleitet. 

 

Es ist eins dieser Bücher, die sich schwer beschreiben lassen, weil es eigen und teilweise skurril ist, als viele andere Titel für junge Erwachsene. Was ich aber mit bestem Wissen und Gewissen sagen kann: 'Allee der Kosmonauten' ist ein wahrlich EIGENartiges Buch, schön und traurig zugleich.

 

 

Meine Wertung

sys_Bewertung-3

 

 

Weitere Meinungen:

Nightingale's Blog: Rezension | "Allee der Kosmonauten" von Anne Krüger
Magic Ally Princess Book Dreams: Allee der Kosmonauten – Anne Krüger – Rezension

 

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