Girl on the TrainDu kennst sie nicht aber sie kennt dich von Paula Hawkins
Samstag, 27. Juni 2015

Rezension | „Girl on the Train“ – Paula Hawkins

Originaltitel: The Girl on the Train | Autorin: Paula Hawkins | 448 Seiten | ISBN: 978-3-7645-0522-6 |
Broschiert | 12,99 € | eBook | 9,99 € | Blanvalet Verlag | Leseprobe |


Girl on the TrainDu kennst sie nicht aber sie kennt dich von Paula HawkinsJeden Tag pendelt Rachel morgens mit dem Zug nach London und dieser hält meist an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Dabei sieht sie in einem Vorgarten oft ein junges Paar, dass sie Jess und Jason nennt. Für Rachel hat es den Anschein, als führen die beiden ein perfektes Leben, genau so eines, wie sie es sich selbst wünscht. So wird der Blick durch die Fensterscheibe des Zugs zur täglichen Routine, Jess und Jason ein Teil ihres Lebens. Eines Tages beobachtet Rachel etwas Schockierendes und liest kurz darauf in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau: Jess. Sie kommt nicht umhin es der Polizei zu melden und bringt damit Ereignisse in Gang, denen sie nicht mehr entkommt.

 

Mit Werbeaussagen wie „Dieser Thriller ist nicht zu stoppen“ wird ‚Girl on the Train’ derzeit angepriesen. Meiner Erfahrung nach sind diese Bücher mit solchen Versprechen, samt „vorab verkauften Filmrechten“, entweder absolut gerechtfertigt, oder das genaue Gegenteil: Nur ganz heiße Luft. Ich für meinen Teil bin mit sehr hohen Erwartungen an den Titel von Paula Hawkins herangegangen – 448 Seiten und nicht mal 36 Stunden später, war es trotz Arbeitstag auch schon inhaliert.

 
Das Buch erzählt abwechselnd aus der Sicht von drei Frauen, hauptsächlich jedoch von Rachel, die mit sich selbst und dem Alkohol mal mehr, mal weniger Probleme hat. Perfekt gewählt ist hierbei die verwendete Ich-Form, denn dadurch lernt man die Gedanken und Ansichten von ihr viel deutlicher und näher kennen, ist absolut rasant von der Geschichte eingenommen und möchte auch nicht aufhören, ehe man die Auflösung kennt. Was hat Rachel mit der verschwundenen „Jess“ zu tun und war die beobachtete Beziehung mit Jason doch nicht so perfekt?

 

"Wow, was für ein Psycho-Spiel!"

Von Flashbacks des Alkoholkonsums geplagt, wird nicht nur Rachel sondern auch der Leser von mal zu mal tiefer in die Irre und immer weiter zu neuen Wahrheiten geführt, jedoch nie so schlimm, dass man den roten Faden verliert. Chapeau, Frau Hawkins. Dieses Buch ist wie ein Puzzle, in dem jedes Stück genutzt wurde und das nur mit dem letzten, finalen Teil komplett und zufriedenstellend ist. Eine Auflösung, mit der ich nie gerechnet hätte.
 
Es ist nicht unbedingt etwas für zarte Gemüter. Die Gedanken und Emotionen sind mit einer Handvoll gewalttätigen Übergriffen relativ deutlich geschildert. Vor allem der „Thrill“ mit psychologischer Tiefe lässt die Luft zum Atmen manchmal ganz schön dünn werden.
 
Wow, was für ein Psycho-Spiel! Wenn die Bahn das nächste Mal zu spät kommt, kann man nur hoffen, dass es so lange dauert, bis man ‚Girl on the Train’ fertig gelesen hat.
 
 
Mein Wertung
sys_Bewertung-5
 
 
Buchkolumne in der Hersbrucker Zeitung, Wochenendausgabe 27./28.06.2015
 
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