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Sonntag, 30. August 2015

„Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ – Sabine Schoder

Originaltitel: Liebe ist was für Idioten. Wie mich. | Autor: Sabine Schoder | 352 Seiten | ISBN: 978-3-7335-0151-8 | Broschiert 12,99 € | eBook 9,99 € | Fischer Verlag | Leseprobe


LiebeistwasfürIdiotenWiemich-SabineSchoder-FischerVerlag-CoverVikis Leben ist eine Katastrophe. Ihre Mutter ist tot, der Vater Choleriker mit Alkoholproblem. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die 17-jährige mal eine Tüte Gras genehmigt – oder auch zwei. Daraufhin landet sie kurzerhand mit dem Sänger der Schulband im Bett, obwohl das so gar nicht ihre Art ist. Und plötzlich findet sie diesen Möchtegern-Weiberheld auch nicht mehr ganz so bescheuert wie vorher. Nein, so etwas passiert ihr nicht. Oder vielleicht doch?

Viki trägt am liebsten Schwarz, hat den dazu passenden Humor und kann über sich selbst lachen. Vor allem über ihre Schwächen – von denen sie einige hat. Ihr Leben läuft alles andere als rund, dennoch lässt sie sich nie unterkriegen und ihre Stärke wird absolut deutlich. Nicht nur dem Leser, sondern auch dem Sänger Jay, der sich oft die Zähne an ihr ausbeißt, andererseits aber anscheinend als einer der wenigen zu ihr durchdringt.

Noch nie habe ich es erlebt, dass ich bei einer Inhaltsangabe eines Jugendbuchs eine nette Liebesgeschichte erwarte, ganz lange gut und witzig unterhalten werde, sich das Blatt kurzerhand wendet und es mit einer erschütternden Konfrontation noch einiges mehr zu bieten hat. Der plötzliche, dramatische Stimmungswechsel harmoniert wundervoll mit der vorausgegangenen Geschichte und spätestens hier konnte ich den Titel nicht mehr aus der Hand legen.

Eine sehr gelungene Mischung aus Witz und Drama, die es schon länger nicht mehr gab.

Die Beziehung zu Jay ist sehr authentisch und Vikis Abwehrhaltung macht oft deutlich, was ihr in der Vergangenheit gefehlt hat. Die beiden brauchen einander, denn es gibt ja nicht nur ihr Leben, sondern auch das von Jay, welches ebenfalls nicht so rosig ist, wie jeder glaubt. Sie lernt sich zu öffnen und den Verlust ihrer Mutter zu verarbeiten, was auch einer der Gründe ist, weshalb dieses Buch keinesfalls nur Jugendliche anspricht.

So sehen für mich tolle Liebesgeschichten aus: Romantisch, dabei völlig kitschfrei, echte Charaktere mit einigen Kanten und Witz samt unvorhersehbarer Wendung, wie sie aus dem Leben gegriffen sein könnte.

Sabine Schoder hat mit ihrem Debüt „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ ein sehr lesenswertes Buch geschrieben, dass neben seinem spaßigen Unterhaltungswert auch unerwartet gekonnt in die Tiefe und sogar unter die Haut geht. Eine sehr gelungene Mischung aus Witz und Drama, die es schon länger nicht mehr gab.

Meine Wertung
sys_Bewertung-5

 

Buchkolumne in der Hersbrucker Zeitung, Wochenendausgabe 29./30. August 2015


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