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Samstag, 11. Juni 2016

Bücher werden teurer und warum ich das gut finde

Alles wird teurer – darunter Fahrkarten, der Einzelhandel, Strom, Zeitungen und auch Bücherpreise! Nachfolgend kein wirtschaftlicher Vortrag über Inflationsraten, denn das würde am eigentlichen Sinn dieses Beitrags vorbeigehen, der vielmehr eine wertschätzende Liebeserklärung einer Leserin sein soll.

Den Viellesern ist es beim Besuch in der Buchhandlung garantiert schon aufgefallen, denn die Bücherpreise sind gestiegen und werden es wohl auch noch weiterhin. Natürlich nicht von heute auf morgen, aber wenn man mit seinem Geld bewusst haushalten muss, konnte man die Entwicklung in den letzten Monaten gut feststellen. (Zahlen hierzu gibt’s auf boersenblatt.net unter „Bücherpreise legen im Jahresvergleich zu“)

Buchhandlung-Bücherpreise-Indiebookday

Da der Bereich des Jugendbuchs am ehesten den meiner „Beobachtungen“ betrifft, gehe ich hauptsächlich darauf ein. Klar, Hardcover waren schon immer teurer als Taschenbücher, kein Geheimnis und einfach zu erklären. Die „HC’s“ sind meist größer, haben eine hochwertigere Aufmachung, Verarbeitung, besitzen oft einen extra Schutzumschlag und sind – meiner Meinung nach – der schönere Eyecatcher im Bücherregal. Oh, es ist auch noch ein Lesebändchen dabei? Da nehme ich auch einen Euro mehr in Kauf. Im wahrsten Sinne, denn ich steh auf Lesebändchen.

Ein süchtiger Bücherwurm wie ich könnte natürlich jedes Mal mit mindestens fünf neuen Büchern aus der Buchhandlung marschieren. (An dieser Stelle musste ich einige Minuten pausieren, denn bei der Vorstellung bekam ich das dümmliche Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht). Aber auch mein Gehalt ist begrenzt, weshalb das natürlich nicht wirklich oft möglich ist.
Ich liebe es Bücher zu kaufen (und natürlich zu lesen)! Zu schauen, welche Farbe der Inneneinband hat und ob – falls vorhanden – das Lesebändchen dazu passt. Das Geräusch beim allerersten Aufschlagen eines frisch gebundenen Buches. Das glatte Gefühl beim Drüberfahren mit der Hand. Den tröstlichsten Geruch den es gibt, nämlich die Druckerschwärze. Zu sehen, welche Ideen sich die Verlage wieder zu ihren Covern haben einfallen lassen: Silber- und/oder Goldlack? Glitzer? Oder gar einen farbigen Buchschnitt?? Eine Stanzung im Cover, in die ich wie bei einem Kinderbuch meine Finger durchstecken kann? Ich mag das nicht. Ich liebe das!

Ich gebe zu, die letztgenannten Punkte sind oberflächlich, denn der Preis eines Buches kommt selbstverständlich nicht nur mit der Aufmachung der „Verpackung“ zustande, sondern beinhaltet noch viele weitere Faktoren.

Bücher werden teurer und warum ich das gut finde

Als ich am Indiebookday mit Buchhändlerin und meiner lieben Bloggerkollegin Simone von Papiergeflüster unterwegs war, kam mir beim Stöbern durch die Büchergefilde die Frage über die Lippen, ob ich es mir einbilde, oder ob die Preise der Bücher in der letzten Zeit angezogen hätten? Sehr plausibel und verständlich war ihre Antwort:

„Endlich werden Bücher ganz langsam etwas teurer, nachdem der Preis für Bücher jahrelang stagnierte. Warum endlich? Weil auch für Buchhändler alles immer teurer wird, die Miete für den Laden, der Strom und auch die angestellten Buchhändler müssen mit den allgemein steigenden Lebenshaltungskosten irgendwie mithalten können und hätten gerne entsprechende Gehaltserhöhungen, was viele von uns kaum kennen, eben weil die Buchpreise nicht stiegen. Es kam nicht mehr Geld in die Kasse, alles wurde immer teurer, dass die Rechnung auf Dauer nicht aufgehen kann, ist klar. 2015 gab es noch Meldungen, dass Bücher schon wieder günstiger wurden. Erst seit diesem Jahr ist ein leichter Trend nach oben zu beobachten.
Mein Taschenbuch von „Der Drachenbeinthron“ hat 1996 19,90 DM gekostet. Das ist zwanzig Jahre her, wenn ich bedenke, wie die Preissteigerung bei anderen Gütern in der Zeit aussieht, wird es wirklich Zeit, dass Bücher auch etwas teurer werden.“

Ja, so ist es! Ich finde das absolut nachvollziehbar und bin der Meinung, dass man als Buchliebhaber mindestens einen kurzen Gedanken daran „verschwenden“ sollte. Außerdem muss ich diesen Beitrag nochmals um einen melancholischen Absatz erweitern.

Man muss kein Studium absolvieren um zu wissen, dass Verlage nicht nur aus Liebe zum Buch neue Werke verlegen, sondern wie jedes Unternehmen in erster Linie auch die sogenannte Gewinnmaximierung im Sinn haben. Wie hebt man sich von den Mitbewerbern ab? Klar, mit guten Autoren, tollen Geschichten und je nach Zielgruppe ist auch – wie oben bereits beschrieben – eine ansprechende Aufmachung von Vorteil und das kostet eben.

Ich nehme die steigenden Bücherpreise sehr gerne in Kauf, um vielleicht sogar finanziell abzuwägen zu müssen, welches Werk ich mir wirklich leisten möchte, weil genau das es mir wert ist. Weniger Spekulativkäufe im Sinne von „Könnte ganz gut sein, kauf ich mir mal“ und mehr begeistertes „Oh Gott ja, ohne das geht es nicht!“. Mehr Wertschätzung und bewussteres Selektieren für ein Hobby, welches man so liebt.

Das ist etwas überspitzt ausgedrückt, aber im Grunde sehe ich die Preiserhöhung für alle Seiten sehr berechtigt, positiv und wollte es gerne mal kommunizieren.

 


Wie stehst Du zu dem Thema ’steigende Bücherpreise‘?


 

Für die kostenfreie Nutzung des Beitragsbilds ein Danke an pixabay.de, Bildautorin condesign.

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