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Mittwoch, 14. Juni 2017

„Der Koffer“ – Robin Roe

Königskinder Verlag | Autorin: Robin Roe | Originaltitel: A List of Cages | Übersetzung: Sonja Finck | Seiten: 416 | Hardcover 19,99€ | ISBN: 978-35515-6029-2 | Erscheinung: 24.03.2017


Ich liebe Bücher über Freundschaft. Besondere Bücher. Die meisten davon finde ich im Königskinder Verlag, ein Imprint aus dem Hause Carlsen. Da jedes Programm einem exklusiven Motto unterliegt, unterscheiden sich auch die Bücher selbst immer voneinander und das gilt nicht nur für das äußere Format. Es sind beachtenswerte Geschichten, die sich nicht immer eindeutig in die Kinder- und Jugendbuchnische drücken lassen und das wollen sie auch gar nicht.

DerKoffer-RobinRoe-Königskinder-Verlag-Carlsen-CoverAus dem Frühjahrsprogramm sticht dieses Mal „Der Koffer“ von Robin Roe hervor, das eines der Jugendbücher mit Tiefgang und Anspruch ist. Nachdem Julian seine Eltern bei einem Autounfall verloren hat und zu seinem Onkel ziehen musste, blieb ihm nichts als sein Koffer mit Erinnerungen. Der eingeschüchterte Junge ist in der Schule meist alleine, traut sich kaum den Mund aufzumachen, geschweige denn den Blick zu heben, wenn er angesprochen wird.

Im Gegensatz zu Adam der viele Freunde hat, immer fröhlich und fast der große Bruder für Julian ist. In der Schule trifft Julian auf seinen ehemaligen Pflegebruder, zu dem er langsam aber sicher Vertrauen fasst. Je mehr Adam jedoch von Julians Leben weiß, desto mehr kommt er hinter seine Geheimnisse und die des Koffers…  Nichts wünscht sich Julian mehr, als unbeschwert mit seinem „großen Bruder“ zu sprechen was ihn im tiefsten Innern quält. Nur sehr langsam kommen Adam und seine Freunde hinter das verzweifelte Geheimnis des ruhigen Jungen und dann ist es fast schon zu spät.

„Der Koffer“ ist wie ein Unfall: Beängstigend und trotzdem muss man hinsehen.

Dieses Buch entwickelt in kürzester eine Sogwirkung, obwohl es im klassischen Sinne nicht schön ist. „Der Koffer“ ist wie ein Unfall: Beängstigend und trotzdem muss man hinsehen. Es gibt keine fröhliche Stimmung, keine Liebesgeschichte oder ein klares positives Ziel am Ende, aber es gibt Freundschaft und Hoffnung. Julian ist so liebenswürdig, man würde ihn am liebsten in den Arm nehmen und die Beziehung von ihm und Adam ist etwas Besonderes. Auch die anderen, teils witzigen, Charaktere und Eigenschaften der Pubertät, bringen schmunzelnde Lesezeit mit sich, die die eigentlich bedrückende Story auflockern.

Abwechselnd wird aus der Sicht von Julian und Adam erzählt, was den Wettlauf mit der Zeit und gleichzeitig den der Geheimnisse unterstreicht. Der Onkel spielt eine essentielle Rolle, sodass man beim Lesen allerlei Emotionen entwickelt. Stetig hofft man, dass es ausreicht und „der große Bruder“ rechtzeitig dahinter kommt.

Ein dramatisches Buch über Freundschaft, Vertrauen und dass man lieber einmal mehr hin- als wegschaut. Besondere Leseempfehlung aus dem Jugendbuchbereich!

Meine Wertung

 

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Dein Kommentar:

14 Kommentare

  • Antworten Juliane Mittwoch, 14. Juni 2017 um 5:38

    Guten Morgen!

    Eine wirklich schöne Rezension! Das Buch klingt sehr ansprechend und mal nach etwas ganz anderes :)

    Liebe Grüße
    Juliane

    • Antworten Bröselchen Donnerstag, 15. Juni 2017 um 22:32

      Liebe Juliane,
      danke für Dein Feedback und das Lob! Freut mich wirklich! Es ist auch wirklich mal was anderes, so im Jugendbuchbereich. Lies doch mal rein, ich bin mir sicher, es ist auch was für Deinen Geschmack!
      Alles Liebe,
      Brösel

  • Antworten Josi Mittwoch, 14. Juni 2017 um 7:54

    Guten Morgen,

    Das klingt wirklich nach einem sehr guten Buch. Und deine Rezension schafft es wieder mal, dass ich am liebsten nicht an der Uni aus dem Zug steigen, sondern bis zur Buchhandlung weiterfahren will… :)

    Hab einen schönen Tag
    —Josi

    • Antworten Bröselchen Donnerstag, 15. Juni 2017 um 22:30

      Liebste Josi,
      ich glaube, das schafft es unter „Lieblingskomplimente“ und nehme jederzeit alle Schuld auf mich! Hab ein tolles Wochenende.
      Danke & alles Liebe,
      Brösel

  • Antworten Luise Mittwoch, 14. Juni 2017 um 10:53

    Das ist eine gelungene Rezension! Ich bekomme Lust auf das Buch, ohne zu viel im Voraus ersten zu haben! Es ist schön, dass es nicht immer um Liebe gehen muss. Gerade bei Jugendbüchern finde ich Themen über Familie und Freundschaft wichtig! Liebe Grüße Luise

    • Antworten Bröselchen Donnerstag, 15. Juni 2017 um 22:29

      Liebe Luise,
      vielen Dank für Dein Feedback, das hat mich wirklich sehr gefreut! Mir ist es wichtig, nicht zu viel zu verraten, es aber gerade so reicht, damit ich das Buch schmackhaft (oder auch davon abraten) kann.
      Danke & alles Liebe,
      Brösel

  • Antworten Buchstabenträumerin Mittwoch, 14. Juni 2017 um 20:02

    Liebe Dani,
    ich habe ja ein wenig Angst vor diesem Roman, da alle ihn als besonders eindringlich bezeichnen. Doch lesen werde ich ihn über kurz oder lang sicherlich, dazu bin ich einfach zu neugierig und zu angetan von den Königskindern :)
    Liebe Grüße,
    Anna

    • Antworten Bröselchen Donnerstag, 15. Juni 2017 um 22:28

      Liebe Anna,
      ooooh, ich kann Dich so gut verstehen! Dieser Respekt wenn man schon von Eindringlichkeit und beängstigender Story liest. Du wirst es lieben, auf eine ganz besondere Art, versprochen!
      Liebe Grüße,
      Brösel

  • Antworten ninespo Donnerstag, 15. Juni 2017 um 15:31

    Hi Brösel,

    eine wirklich tolle Rezension, die mich sehr neugierig auf das Buch gemacht hat. Ich werde es mir definitiv näher ansehen. Sehr hübsch finde ich auch deine Aufmacheung der Rezension.

    Einen wundervollen Tag und liebste Grüßlies
    Nina

    • Antworten Bröselchen Donnerstag, 15. Juni 2017 um 16:46

      Liebe Nina,
      vielen lieben Dank, das freut mich wirklich sehr! Ich hoffe, Du findest es bei Deinem nächsten Buchhandelsbesuch.
      Liebe sonnige Grüße,
      Brösel

  • Antworten Romi Donnerstag, 15. Juni 2017 um 16:01

    Hallo liebes Bröselchen,
    das Buch das du hier rezensierst hört sich schön an, nach etwas sehr handfestem. Das Thema „Freundschaft“ sollte in der Regel immer ein schönes sein :) Auch wenn es das sicher nicht immer ist. Eine gelungene Rezension von dir :)

    Ich hoffe das du mir jetzt nicht den Kopf abreist, aber ich bin eigentlich immer froh wenn man mich auf sowas hinweist und ich nicht selber Tage später selber drauf stoße und ich mich wunder das keiner was sagt :) Vorletzter Abschnitt ist das erste Wort glaube ich nicht das was du schreiben wolltest :)

    Absichtlich wird aus der Sicht von Julian und Adam erzählt,…..

    Liebe Grüße
    Romi

    • Antworten Bröselchen Donnerstag, 15. Juni 2017 um 16:45

      Liebe Romi,
      danke für Dein Feedback, ich bin durchaus dankbar, wenn man mich auf so etwas hinweist. Tatsächlich habe ich den Satz nochmal kontrolliert und hab das Wort nun ausgebessert. Danke! Keine Ahnung, welche Autokorrektur sich da eingeschaltet hat. Jetzt macht es mehr Sinn.

      Danke & sonnige Grüße
      Brösel

  • Antworten Tatze Donnerstag, 15. Juni 2017 um 16:30

    Liebe Brösel,

    eine tolle Rezension! Gerade dieses Gefühl von „Beängstigend und trotzdem muss man hinsehen.“ kann ich so unterschreiben, denn mir ging es genau so. Dieses Buch hat mich wirklich fertig gemacht und trotzdem total begeistert.

    Liebste Grüße,
    Tati

    • Antworten Bröselchen Donnerstag, 15. Juni 2017 um 22:27

      Liebe Tati,
      vielen Dank für Dein Feedback! Ich glaube, das kann man wirklich nachvollziehen, wenn man das Buch gelesen hat. Ich hatte wirklich die unterschiedlichsten Emotionen, mitunter Aggressionen, ich sags Dir!
      Hab einen schönen Abend. Liebe Grüße an Dich,
      Brösel