bulletjournal-beitragsbild
Samstag, 15. Oktober 2016

Bullet Journal | Organisier Dich neu!

Wie sagt man? Erfinde Dich neu? Rumfliegende Zettel ála To-Do-Listen? Gestopfte Terminkalender? Tausende Post-It’s, die Deinen Schreibtisch pflastern? Ich fühle mich gerade wie in einer schlecht synchronisierten Dauerwerbesendung aus den USA, schreibe es aber dennoch: „Das muss nicht länger sein!“ Die Lösung heißt Bullet Journal!

Mein inniger Dank geht gleich zu Beginn an meine Freundin und Bloggerkollegin Sandra (BücherGöre), die mich bei meinem Besuch bei ihr auf das geniale Organisationssystem gebracht hat. Dieser Beitrag besteht Deinetwegen!

Dieser Beitrag…

sollte zuerst aus zwei Themenschwerpunkten bestehen: Bullet Journal & Handlettering. Da mich das Bullet Journal zum Handlettering gebracht hat, bleibe ich auch in dieser Reihenfolge. Da es diesen Beitrag sonst gesprengt hätte und man beides auch völlig unabhängig voneinander praktizieren kann, folgt der Beitrag Handlettering demnächst. Ich hoffe, es gelingt mir als Noch-Anfänger, Dir heute das Bullet Journal verständlich näherzubringen.


Bullet was??!

Das Bullet Journal (kurz: BuJo) ist ein sehr flexibles Organisationssystem, das von Ryder Carroll aus Brooklyn, NY entwickelt wurde. Der digitale Produktdesigner ärgerte sich u.a. oft über zu viele Notizzettel, über die er letztlich den Überblick verlor und feilte lange an einem System, das sich an seine Bedürfnisse anpasste und nicht andersherum: es ist To-Do-, Einkaufsliste, Tracker, Kalender, Notiz- & Sketchbuch u.v.m. in einem! Egal, wann Du im Jahr anfängst.

HIER geht’s zur offiziellen Webseite.
(Video mit deutschem Untertitel)

Dieses Video habe ich mir bestimmt x-mal angesehen und immer wieder auf der BuJo-Website nachgelesen, was das für ein System sein und wie genau es funktionieren soll. Das Tolle: Es ist so flexibel, Du brauchst nur das Grundgerüst und wenn Du erstmal den Dreh raushast, kannst Du es ganz nach Deinen Bedürfnissen anpassen! Lass Dich nicht entmutigen, falls Du nicht sofort verstehst, wie es funktioniert!

 

Im Überblick | Was Du brauchst

  • Ein Notizbuch Deiner Wahl (ganz egal ob liniert, kariert, blanko, DINA5, DINA6…)
  • Ein Stift Deiner Wahl (Kugelschreiber, Bleistift, Füller, Fineliner…)

Tatsächlich brauchst Du als Grundlage nicht mehr als diese beiden Dinge. Du erschaffst Dir Deine Organisation nun selbst.

 

Wie das Bullet Journal funktioniert

Wenn man von dem System noch gar nichts gehört oder gesehen hat, mag das erstmal irritieren oder gar verwirrend klingen, das ging mir ganz genauso. Schaue Dir den vielen Input auf bulletjournal.com nochmal und nochmal an. Bleib dran, es lohnt sich!

Ich erkläre die Funktion des Bullet Journal gerne so, dass Deine ganzen Tätigkeiten/Termine bzw. Dein Leben vom großen Zeitraum auf einen kleinen heruntergebrochen wird: Future Log -> Monthly Log -> Weekly Log.

 

Die Module des Bullet Journal im Überblick

  • Index
  • Future Log (Jahresübersicht)
  • Monthly Log (Monatsübersicht)
  • Weekly/Daily Log (Wochen-/Tagesübersicht)

Was tut der Index? Natürlich: indexieren, Sachverhalte zuordnen. Und zwar die, die Du Stück für Stück in Dein neues Bullet Journal einträgst. Jede Seite Deines Notizbuchs erhält eine Nummer (oder hat ggfs. schon eine) und wird im Index eingetragen, sobald sie einen Inhalt besitzt. Die ersten Seiten gestalten sich meist gleich: Index -> Key -> Future Log

Beispiel:
Key (Seite 3) und Future Log (Seite 4-5) sind bereits Deine ersten Einträge im Index.

 

Der Key

Die sog. „Bullets“ = •, stehen für alle Tasks/Aufgaben, die Du erledigen möchtest und kommen überall vorne dran, eine Art Aufzählungszeichen. Jenachdem was mit ihnen passiert, gibt es folgenden „Key“ (Schlüssel), der schlichtweg über den Bullet geschrieben wird:

X = Erledigt

> = Migriert

< = Geplant

Mit X erledigte Tasks erklären sich von selbst. Am Ende jedes Monats (oder jeder Woche, jenachdem wie Du es für Dich entdeckst) lässt Du die vergangenen Wochen Revue passieren und gehst alle Weekly’s/Daily Log’s durch um zu sehen, welche Tasks nicht erledigt sind, markierst sie mit > und überträgst/migrierst sie in das neue Monthly Log des neuen Monats. Manche BuJo-Fans berichten, dass sie dadurch konsequent wurden und Aufgaben ganz rausstreichen, wenn sie z.B. einen Task bereits zwei Mal verschoben und nicht erledigt haben.

Wenn sich im August rausstellt, dass Du z.B. die Wohnung doch nicht streichen kannst und es erst im November klappt, dann markierst Du den Bullet/Task mit einem <, „planst ihn weiter“ und trägst ihn in Dein Future Log für November ein.

HINWEIS: Auch der Key ist flexibel. Manche machen für einen Termin einen Kreis statt einem Bullet oder haben einen ganz anderen Schlüssel für ihr BuJo.

 

Flexibel? Was ist jetzt flexibel?

Wie schon kurz beschrieben, besteht das Grundgerüst des Bullet Journal aus den o.g. Modulen & Tasks. Im Future Log stehen hauptsächlich Termine, z.B. auch Geburtstage in der Zukunft. Diese Termine werden auf den Monat (Monthly) heruntergebrochen. In der Monatsübersicht kommt in einer Auflistung alles rein, was Du diesen Monat erledigen möchtest. Das brichst Du wiederum auf die Wochen runter. D.h. Du überträgst Deine Sachen gefühlt immer und immer wieder, das erscheint erstmal ungewöhnlich, aber warte ab, es macht süchtig!

Was das BuJo so besonders macht ist, dass Du es jederzeit so umgestalten kannst, dass es zu Dir passt! Du möchtest eine Seite einrichten, auf der Du Deine gelesenen Bücher einträgst? Beispiel: Nächste leere Seite aufgeschlagen, Thema vergeben und Seite 8 (Beispiel) in Dein Index eintragen. Du möchtest einen Schlaftracker einrichten? Du nimmst das Notizbuch kurzerhand quer, zeichnest eine kleine Skala ein und schon haben wir einen Tracker, in den Du jeden Tag Deine Schlafqualität dokumentieren kannst, Seite 15 (Beispiel) im Index eingetragen, fertig.

 

leuchtturm1917-bulletjournal-beitragsbild

 

Und was mach ich dann…?

So ging es mir zuerst! Da einige Notizbücher bei mir rumfliegen, wollte ich sofort loslegen. Habe mir ein DINA5 großes geschnappt, brav „Index“ auf die erste Seite geschrieben, ein paar Seiten für die Zukunft freigelassen, den „Key“ notiert und dann über eine Doppelseite den „Future Log“ mit den restlichen Monaten des Jahres 2016 gelistet. (Ich persönlich liebe den gepunkteten Raster in Notizbüchern.)

Dann saß ich da und wusste gar nicht, was ich wie wo eintragen soll, mir schwirrte der Kopf von Monthly, Weekly, Tasks, Migrieren, Planen, Notieren – whoat?! Ich schrieb auf, strich durch, riss ganze Seiten raus, war unzufrieden mit mir, meinem Kopf und vor allem mit dem blöden Notizbuch, bei dem ich die Seitenzahl noch selbst notieren musste. Hashtag Luxusproblem. Einfach machen und ausprobieren ist die Devise!

Meine Ausstattung:

Ich hatte es gesehen, mich sofort verliebt und musste es haben: Ein gelbes Leuchtturm1917, DINA5, dotted. Eine fröhliche Farbe, die motiviert – und die nebenbei bemerkt bereits Seitennummern hat. Höhö. Die Notebooks von Leuchtturm sind bekanntermaßen nicht die günstigsten, haben 80g-Papier, zwei Lesezeichenbändchen und ein Gummi-Verschlussband. Mittlerweile habe ich schon mitbekommen, das einige das relativ dünne Papier nicht mögen, da hier das sog. „Ghosting“, sprich, das Durchscheinen der Schrift von der vorherigen Seite, stattfindet. Mich persönlich stört das nicht.

Als Standardstifte verwende ich die STAEDTLER Pigment Liner MARSGRAPHIC (0,3 und 0,2mm) in schwarz. Die Pigmenttinte ist wasserfest und dokumentenecht. Ich empfehle sie im Set (6 Stück, Art.-Nr. 308 SB6P) zu kaufen, das ist günstiger als Einzelkäufe, es sind sechs unterschiedliche Strichstärken und je nach Angebot ist auch ein Kalligrafie-Liner dabei.

Darüber hinaus kann man sie auch wunderbar für Handletterings verwenden, von denen ich Dir das nächste Mal erzähle.

 

Vorteile des Bullet Journal

  • Du wirst strukturierer und organisierter (Auf dem Papier ist aus dem Kopf)
  • Sichtbare Erfolgserlebnisse machen zufriedener
  • Kreative Tätigkeiten entspannen
  • Das Entdecken & Ausprobieren von neuen Layouts macht Spaß
  • Im digitalen Zeitalter ist eine Offlinetätigkeit wertvoll
  • Zeit für Dich & neue Routinen (z.B. sonntags, neues Weekly erstellen)

 

Nicht denken, einfach machen!

Es ist ungewohnt und auf jeden Fall eine Umstellung, aber es lohnt allemal sich das Organisationssystem des Bullet Journal anzusehen. Mein Tipp: Schaue YouTube-Videos, google danach, lass Dich inspirieren und merke, was für unterschiedliche Wege es gibt, sein BuJo zu nutzen und zu gestalten. Das Wichtigste ist, dass Du Dich von der Vielzahl an wunderschön gestalteten und organisierten Notizbüchern, die Du im Internet entdecken wirst, nicht entmutigen lässt. Dein Bullet Journal, Deine Organisation, Deine Gestaltung, Deine Party! Erst das Grundgerüst, dann die hübsche Fassade.

Inspiriationen, Austausch und Antworten auf all Deine Fragen, bringen auch Facebook-Gruppen wie „Bullet Journal Germany“ oder „Bullet Journal von Beginner bis Vollprofi“. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Entdecken!

Früherer Beitrag Nächster Beitrag