DerKoffer-RobinRoe-Beitragsbild

“Der Koffer” – Robin Roe

Königskinder Verlag | Autorin: Robin Roe | Originaltitel: A List of Cages | Übersetzung: Sonja Finck | Seiten: 416 | Hardcover 19,99€ | ISBN: 978-35515-6029-2 | Erscheinung: 24.03.2017


Ich liebe Bücher über Freundschaft. Besondere Bücher. Die meisten davon finde ich im Königskinder Verlag, ein Imprint aus dem Hause Carlsen. Da jedes Programm einem exklusiven Motto unterliegt, unterscheiden sich auch die Bücher selbst immer voneinander und das gilt nicht nur für das äußere Format. Es sind beachtenswerte Geschichten, die sich nicht immer eindeutig in die Kinder- und Jugendbuchnische drücken lassen und das wollen sie auch gar nicht.

Der-Koffer-Robin-Roe-Königskinder-Verlag-Carlsen-CoverAus dem Frühjahrsprogramm sticht dieses Mal “Der Koffer” von Robin Roe hervor, das eines der Jugendbücher mit Tiefgang und Anspruch ist. Nachdem Julian seine Eltern bei einem Autounfall verloren hat und zu seinem Onkel ziehen musste, blieb ihm nichts als sein Koffer mit Erinnerungen. Der eingeschüchterte Junge ist in der Schule meist alleine, traut sich kaum den Mund aufzumachen, geschweige denn den Blick zu heben, wenn er angesprochen wird.

Im Gegensatz zu Adam der viele Freunde hat, immer fröhlich und fast der große Bruder für Julian ist. In der Schule trifft Julian auf seinen ehemaligen Pflegebruder, zu dem er langsam aber sicher Vertrauen fasst. Je mehr Adam jedoch von Julians Leben weiß, desto mehr kommt er hinter seine Geheimnisse und die des Koffers…  Nichts wünscht sich Julian mehr, als unbeschwert mit seinem „großen Bruder“ zu sprechen was ihn im tiefsten Innern quält. Nur sehr langsam kommen Adam und seine Freunde hinter das verzweifelte Geheimnis des ruhigen Jungen und dann ist es fast schon zu spät.

“Der Koffer” ist wie ein Unfall: Beängstigend und trotzdem muss man hinsehen.

Dieses Buch entwickelt in kürzester eine Sogwirkung, obwohl es im klassischen Sinne nicht schön ist. “Der Koffer” ist wie ein Unfall: Beängstigend und trotzdem muss man hinsehen. Es gibt keine fröhliche Stimmung, keine Liebesgeschichte oder ein klares positives Ziel am Ende, aber es gibt Freundschaft und Hoffnung. Julian ist so liebenswürdig, man würde ihn am liebsten in den Arm nehmen und die Beziehung von ihm und Adam ist etwas Besonderes. Auch die anderen, teils witzigen, Charaktere und Eigenschaften der Pubertät, bringen schmunzelnde Lesezeit mit sich, die die eigentlich bedrückende Story auflockern.

Abwechselnd wird aus der Sicht von Julian und Adam erzählt, was den Wettlauf mit der Zeit und gleichzeitig den der Geheimnisse unterstreicht. Der Onkel spielt eine essentielle Rolle, sodass man beim Lesen allerlei Emotionen entwickelt. Stetig hofft man, dass es ausreicht und „der große Bruder“ rechtzeitig dahinter kommt.

Ein dramatisches Buch über Freundschaft, Vertrauen und dass man lieber einmal mehr hin- als wegschaut. Besondere Leseempfehlung aus dem Jugendbuchbereich!

Meine Wertung

 

Buchkolumne in der Woche im Pegnitztal (WiP), 14. Juni 2017: Hier online ansehen!


BuyLocal_Logo_RGBHier kaufe ich (on- & offline):

Lauf a.d.Pegnitz, Burgbuchhandlung Dienstbier
München, blattgold-literatur
Kiel, Buchhandlung Almut Schmidt

Dies sind keine Affiliate-Links.


Früherer Beitrag Nächster Beitrag