5Jahre-Bloggeburtstag-BröselsBücherregal-Beitragsbild
Freitag, 20. Januar 2017

5 Jahre „Brösels Bücherregal“

Als am 20. Januar 2012 der erste Beitrag auf dem damals noch sehr bunten Brösels Bücherregal online ging, hätte ich nie (NIE!) für möglich gehalten, dass dieses Hobby über fünf Jahre anhalten würde. (Experten vermuten, dass es wohl auch noch eine Weile anhält). Entwickelt haben sich dabei auch gleich zwei Parts: Der Blog und ich selbst.

Nicht nur technisch konnte ich mir einige Dinge aneignen, auch organisatorische und persönliche Fähigkeiten wurden dadurch verstärkt. „Diese Sache mit dem Blog“ wurde nicht nur Teil der Verlags- und Bloggerwelt, sondern auch meines Alltags. Alte Bekannte, Freunde von Freunden und Familie sprachen und sprechen mich darauf an und mit der Zeit ergaben sich identische Fragen, die ich mit einem Blick „hinter den Bildschirm“ nun gerne beantworten möchte. Danke auch an alle fragenstellenden Bloggerkollegen & -leser, ich hoffe, die Antworten unten beantworten das meiste. Happy Birthday lieber bröseliger Blog, Du hast mir mit Deinen Lesern viel ermöglicht! *tröööt*


1.

Wie bist Du auf den Blognamen „Brösels Bücherregal“ gekommen?

Als Frischling sitzt Du vor Deinem Laptop und denkst „Joa, wie nenne ich das Ding denn jetzt?“. „Danielas Buchblog“ oder „Danielas Bücherregal“ war mir zu schnarchig, vor allem weil mich eigentlich niemand Daniela nennt – außerdem wollte ich etwas mit Wiedererkennungswert. Lustigerweise meinen die meisten aufgrund des Blogs, dass ich mit Nachnamen Brösel heiße, was leider nicht stimmt. Richtig lautet er Brose (Überraschung und sorry für alle, die ich damit erschüttere, hahaa!) und wenn ich mit meiner Familie unterwegs war, haben meine Eltern bei Besuchen immer gesagt: „Die Brösels sind da!“. So wurde aus Dani ein richtiger Brösel bzw. ein Bröselchen, welche heute (offizielle) Spitznamen von mir sind.

2.

Machst Du das beruflich?/Verdienst Du mit Deinem Blog Geld?

Schnelle Antwort: Jein! Mein täglich Brot kann ich mir durch den Blog garantiert nicht verdienen. Hauptberuflich bin ich Produktentwicklerin einer Geschenkartikelfirma, ursprünglich gelernte Industriekauffrau (Ausbilderin, Industriefachwirtin, Social Media Managerin) und freie Journalistin bei der Hersbrucker Zeitung. Die Hersbrucker Zeitung bekam im Januar 2014 Wind von Brösels Bücherregal und so kam ich an meine monatliche Zeitungskolumne in der WiP (Woche im Pegnitztal) mit einer wöchentlichen Auflage von rund 45.000 Stück. Der kleine Obolus beträgt so viel, dass es für 1-1,5 Bücher im Monat reicht.

3.

Kaufst Du Dir überhaupt noch Bücher selbst (wenn Du sie alle von den Verlagen bekommst)?

Ja allerdings, sogar den Großteil! Auch wenn ich die Frage erst immer etwas provokativ finde, kann ich verstehen, wie und was gemeint ist. Außenstehende sehen meist „Blogger bekommt Gratis-Bücher“, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die sogenannten Rezensionsexemplare sind eine Form der Kooperation von Verlagen und Blogs, kurz: „Buch gegen Werbung“. Dem Verlag steht frei, welchen Blogs er solche Exemplare schickt, denn das macht er natürlich nicht zum Spaß an der Freude, sondern weil sich durch die Veröffentlichung einer Rezension/Buchbesprechung einen Werbeeffekt verspricht. In den letzten Jahren – ich kannte noch die Anfänge, an denen Blogger als Schnorrer betrachtet wurden – wurden Buchblogs u.a. aufgrund ihrer verstärkten Leserschaft und Reichweiten daher zu einem günstigen attraktiven Marketinginstrument.

Ich schweife ab, aber vielleicht kannst Du Dir vorstellen, dass mein Tag 72 Stunden bräuchte, wenn alle meine Bücher nur von den Verlagen kämen und ich zu jedem eine Rezension schreiben müsste. Außerdem erzeugt allein der Gedanke einen ziemlichen Druck, mindert den Spaß und das ist bei so einem schönen Hobby wie Lesen nun wahrlich nicht erstrebenswert.

4.

Wie viele Bücher liest Du in der Woche?

Bei dieser Frage muss ich immer lachen, denn für Außenstehende/Nicht-Leser muss ich wohl wie E.T. wirken, der Bücher mechanisch durchrauscht und sich den Inhalt angeeignet hat. Daher breche ich die Frage immer gleich in einen Monat um. Es kommt hierbei auf Faktoren wie Zeit, Genre und Seitenanzahl an, aber meist sind es zwischen 4-6 pro Monat, wobei es in Ausnahmezeiten auch schon mal 8-10 Bücher werden können.

5.

Wie viel Zeit investierst Du für den Blog?

Der Blog ist zu einem festen Bestandteil meines Alltags geworden und da die Social Media Kanäle auch dazugehören, ist es ganz normal, dass 1-2 Stunden täglich allein für Kommentare, Bilder schießen und (sinnloses) durchscrollen draufgehen. Bei Blogbeiträgen kommt es darauf an, denn es ist ja nicht nur ein simples Runterschreiben von Text. Bilder und Texte wollen formatiert, bearbeitet und Beiträge geteilt werden. So gehen für Rezensionen schnell zwei Stunden ins Land, bei Produkttests und Beiträgen, die mehr Recherche erfordern, sind es auch schnell mal mehr.

6.

Wie schaffst Du Dir Freiraum zum Bloggen und zur Ideensammlung?

Wie bereits gesagt, gehört der Blog mittlerweile zu meinem Alltag, quasi ein „durchlaufender Posten“ und inzwischen hab ich einen gewissen Rhythmus. Ich weiß z.B., dass ich in den Wintermonaten abends so erledigt bin, dass es vielleicht für Postings auf Instagram & Co reicht, aber größere Blogbeiträge bis zum Wochenende warten müssen. Vor allem Samstag- und Sonntagmorgens (Frühaufsteher) jucken mir die Finger, bin ich voller Tatendrang und schwinge mich an den PC im heimischen Bücherzimmer.

Meine Ideen kommen mir meist beim Einschlafen (kein Witz!) oder beim Quatschen mit meinen buchigen Buddies. Hingeschmierte Notizen, Post-It’s, die in der Handtasche rumfliegen gehören genauso zu mir, wie Sätze, die nicht zu Ende gesprochen werden, weil mir gerade was eingefallen ist. Ich würde sagen, intrinsische Motivation ist der Schlüssel für begeisterte Blogger & deren Ideen.

5Jahre-Bloggeburtstag-BröselsBücherregal-Beitragsbild

7.

Wie sieht Dein Zeitmanagement aus? Produzierst du vor?

Ich würde es ganz spontan als chaotische Zeiteinteilung beschreiben. Wenn ich Zeit und Muse habe, setze ich mich an den Laptop, wenn nicht, dann nicht. Manchmal schwirrt mir schon länger der Titel für einen neuen Blogbeitrag im Kopf rum und inhaltlich weiß ich auch schon was reinkommt, nur niedergeschrieben werden muss es noch. Dann gibt es vielleicht schon den Beitrag, aber das Beitragsbild fehlt noch, was mangels Licht erst am nächsten Tag geschossen werden kann.

Für’s Vorproduzieren habe ich meist keine Geduld und schieße immer schon gleich das raus was ich habe. Außer für die Buchkolumne in der Zeitung, bei der ich natürlich einen Redaktionsschluss habe, aber warten muss, bis der Artikel gedruckt/veröffentlicht ist und erst dann die Rezension auf dem Blog online stellen darf.

8.

Was nervt beim Bloggen?

Zum einen sind es Gedanken wie „Aber Du musst doch jetzt einen neuen Beitrag posten, Deine Leser warten schon“, zum anderen äußerliche Faktoren wie „Feuilleton vs. Blogger“ (Journalisten von Tageszeitungen fühlen sich von Literaturbloggern bedroht und ziehen sie deshalb durch den Kakao) und „Blogger vs. Blogger“. Der erste Punkt ist etwas Übungssache und ich würde sagen, nach der nötigen Blogpause letztes Jahr gelingt es mir mittlerweile sehr gut zu sagen: „Ne Brösel, Du darfst ruhig auch mal ne Woche nur lesen, ohne zu bloggen, sonst hast Du ja gar keinen Stoff zum Bloggen“ (das stimmt so nicht, aber beruhigt das nervöse Gewissen).

Die Punkte „Feuilleton vs. Blogger“ und „Blogger vs. Blogger“ sind dann schon Themen, bei denen man entweder der „Mitdiskutieren“-Typ oder der „Ignorieren“-Typ ist. Ich zähle mich hier eher zu dem letztgenannten. Mir würde der Spaß vergehen, wenn ich mir als Freizeit-/Hobbyblogger ständig einen Schuh anziehen würde, den mir ein Journalist (oder dessen Praktikant) anziehen will, weil er seine Tage oder einfach irgendein Thema aus der Schublade gezogen hat – oder mir von anderen Menschen im Internet sagen lassen müsste, dass Jugendbücher lesen mal überhaupt nicht professionell oder seriös wirkt. Ich maße mir nicht an professionelle Buchkritiken zu schreiben. Solange ich andere zum Lesen bringe oder für Bücher begeistern kann, habe ich mein persönliches Ziel erreicht.

Außerdem finde ich es nervig und auch etwas unhöflich, wenn man feststellen muss, dass ein Blogbeitrag gar nicht (komplett) gelesen wurde, aber man trotzdem einen unqualifizierten sowie kritisierenden Kommentar bekommt (auf dem Blog und/oder in den Social Media Kanälen).

9.

Wie konntest Du Deine vielen Leser gewinnen?

Allein die Frage freut mich natürlich sehr, auch wenn sie nicht ganz so einfach zu beantworten ist, weil ich es selbst nur schätzen kann. An den Bloganfängen habe ich noch regelmäßig YouTube-Videos gemacht, was aus Zeitgründen leider eingeschlafen ist. Ich denke, dass mein fränkischer Dialekt gut ankam und Leser mit Videos generell eine andere/persönlichere Bindung zum Blogger/Vlogger kriegen. Außerdem bin ich ein euphorischer, emotionsflexibler Mensch – okay, sind wir ehrlich: „ich bin a Frangge, der net auf die Goschn gfalln is“ –  und versuche mein Wesen auch in die geschriebenen Blogbeiträge einfließen zu lassen – Emotion bleibt hängen. Vielleicht ja deshalb?

10.

Wie bearbeitest Du Deine Bilder und wie viel Zeit nimmst Du Dir dafür?

Fotos mit dem Handy bearbeite ich mit den App’s „Snapseed“ und/oder „VSCO“, die für den Blog mit Photoshop. Das dauert je nach Bild zwischen 2-10 Minuten.

11.

Hast Du auch mal Lesetiefs? Wie gehst Du damit um?

Na freilich hab auch ich Leseflauten, in denen ich meine Bücher tagelang nur angähne. Ich finde das gehört dazu und ist ganz normal. Wenn ich merke, kein Buch kann mich so wirklich reizen, lasse ich es einfach mal bleiben, schaue Serien, ziehe mal wieder meinen Nintendo 2DS raus (ja, früher nannte man mich auch das Mädchen, das zockt) oder stöbere einfach in meinem Bücherzimmer rum. Empfehlenswert sind auch Autoren, bei denen ich weiß, dass das Buch nur so durchrutscht, wie z.B. Colleen Hoover. Diese Phase geht auf jeden Fall vorbei und das spätestens beim Besuch der nächsten Buchmesse.

12.

Wie entdeckst Du neuen Lesestoff?

Zum einen gibt die Vernetzung mit den Bloggerkollegen viele Impulse, zum anderen natürlich die Verlagsvorschauen, die ich für meinen Teil eher selten durchstöbere. Die Gefahr, dass ich alles haben will, ist schlichtweg zu verführerisch, hahaa! Die Termine auf den Messen und Gespräche mit den Verlagskontakten erledigen das schon perfekt. Durch die Blogs meines Vertrauens und Gespräche mit den Bloggern davon (in der Sidebar verlinkt), bekomme ich viel Input und Lesestoff, denn man kennt durch den persönlichen Kontakt auch eher die Lesevorlieben des anderen. Außerdem lasse ich mich in der Buchhandlung gern von ansprechenden Covern einnehmen und wenn dann auch noch der Klappentext passt, darf das Buch gerne mit nach Hause.

Abschließend…

Für alle, die außerdem denken im bröseligen Heim wäre immer alles sortiert und ordentlich, die bekommen hiermit Erleichterung. Es heißt doch immer, dass die Ordnung im Kopf sich auch in der Wohnung wiederspiegelt und ab und zu nenne ich es in Hochphasen der Blogarbeit dann chaotische Lagerhaltung:

Bloggeburtstag-5Jahre-Bücherzimmer

 

Ich hoffe, Dir hat mein „Blick hinter den Bildschirm“ ein wenig gefallen? Ich würde mich freuen, wenn Du mir und Brösels Bücherregal auch die nächsten Jahre treu erhalten bleibst. Vielen Dank, denn ohne Leser wäre der Blog wohl „nur“ ein Tagebuch.


Früherer Beitrag Nächster Beitrag