Beitragsbild-Mängelexemplare

Es liegt an mir, nicht an Dir, liebes Mängelexemplar!

Erst heute streifte ich wieder durch die Buchhandlung und mir begegnete ein riesengroßer Mängelexemplar-Wühltisch. Bücher, die oft für die Hälfte reduziert oder sogar für weniger als den Originalpreis zu haben sind.

In den meisten Fällen sind es relativ alte Bücher, die sich als neupreisiges Buch nicht mehr verkaufen und mit Knicken und Kratzern einen Makel verpasst bekommen (hast Du Dich noch nie gewundert, weshalb diese 3 klassischen Krallenabdrücke auf der Rückseite so identisch aussehen? – Nein, eine Katze, die den ganzen Tag da sitzt und sich an den Büchern abrackert ist es nicht!), oder aufgrund von unschöner Handhabung der Kundschaft bereits etwas lädiert aussehen und nicht mehr als “neu” verkauft werden können. Weitere Gründe, wie ein Buch zum Mängelexemplar werden kann, dürfen gerne in die Kommentare.

Nichtsdestotrotz gibt es hin und wieder auch echte Überraschungen in den “ME-Wühltischen”, es strahlt Dir ein recht aktueller oder sogar Wunschlisten-Titel entgegen und als Buchliebhaber nennt man solche Begegnungen auch ganz melancholisch Schicksalsbegegnungen. Da ist die Mitnahme quasi bereits beim in die Hand nehmen besiegelt. Nicht der Rede wert. Selbstverständlich. Heißer Scheiß.

Erfolgserlebnis “Yeah, Schnäppchen gemacht!” und so.

In den letzten Jahren musste ich als Hardcore-Bücherkäuferin jedoch ebenso feststellen, dass sich diese Mängelexemplare nicht nur extrem leicht mitnehmen lassen, sondern auch umso besser im Regal verstauben, denn: ich lese sie meistens nicht! So hart es klingt, aber mir fehlt im Gegensatz zu einem neupreisigem und teureren Buch die Wertschätzung. Und ja, ich frage mich schon lange: Was ist nicht in Ordnung mit mir?! Der Inhalt ist der gleiche, denn Mängelexemplar hin oder her, Seiten fehlen ja meist nie. Auch die Cover sind meist unbeschädigt und es ist oft nur der Stempel am unteren/oberen Buchschnitt oder der bekannte Kratzer auf der Rückseite, der mir zeigt: Du hast einen “Missstand” in Deiner Hand??!

Wo ich beim Thema wäre, weshalb ich sie dann überhaupt mitnehme, wenn ich sie doch gar nicht lese? Hier kommt die kleine Büchernerd-Sammler-Brösel ins Spiel, die es besser findet, wenn man Dinge lieber besitzt, als sie nur zu wollen. Erfolgserlebnis “Yeah, Schnäppchen gemacht!” und so.

Geht es nur mir so? Habe ich in meinem tiefsten innern Mitleid mit bemängelten Büchern, weshalb ich doch so oft schwach werde? Gib ihnen ein Zuhause, brav’s Madl? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Um nochmal auf den Anfang dieses Beitrags einzugehen: Ich habe bei besagtem Mängelexemplar-Wühltisch heute ein Buch für 1 € mitgenommen und es klingt wirklich gut. Ich habe es schon mal auf die “Werde-ich-garantiert-ganz-bald-lesen”-Warteschlange in mein Regal gestellt…

Es liegt an mir, nicht an Dir, liebes Mängelexemplar!
Deine Brösel


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