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Donnerstag, 16. Februar 2017

“DEAR AMY” – Helen Callaghan

Knaur Verlag | Autorin: Helen Callaghan | Originaltitel: Dear Amy | Übersetzung: Heike Reissig | Seiten: 400 | Broschiert 14,99 € | ISBN: 978-3-426-65420-0 | Erscheinungstermin: 10.01.2017


Nachdem ich mein Leseleben in den letzten Wochen vermehrt dem Jugendbuchbereich gewidmet hatte, musste unbedingt wieder was mit Gänsehaut-Faktor her. Da kam mir der Thriller von Helen Callaghan mehr als recht, denn “Dear Amy” stürmte in England mit Psycho-Spannung sofort die Bestsellerlisten.

Dear Amy HelenCallaghan-KnaurVerlag-CoverDie 15-jährige Katie verschwindet ohne Vorwarnung. Obwohl die Polizei noch keine Beweise hat, ist Lehrerin Margot Lewis überzeugt, dass ihre Schülerin entführt wurde. Nebenbei führt Margot die Zeitungskolumne “Dear Amy” und erhält einen beklemmenden Brief, in dem ein Mädchen um Hilfe fleht, das vor 15 Jahren selbst spurlos verschwand. Die Lehrerin findet aufgrund weiterer Briefe keine Ruhe, muss helfen, denn das Mädchen stellt klar: „Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest.“

Mich reizen Bücher, die mir schon im Voraus einen ungeahnten Twist versprechen. Werde ich als Vielleser darauf kommen? Wird mich die angekündigte Überraschung überhaupt noch verblüffen? In diesem Fall nahm der Lauf der Geschichte zwar eine erahnte Form an, das weitere Konstrukt unterhielt jedoch dramatisch bis zum Schluss.

Die unzuverlässige Erzählerin ist Hauptbestandteil des Buches, psychisch instabil und gibt sehr leicht die Möglichkeit, sich vor allem anfangs in falsche Annahmen oder Mutmaßungen zu verstricken. Mich hat diese Art zu erzählen gut unterhalten, auch wenn sie mich, wie zuvor erwähnt, relativ bald zu einer zutreffenden Vermutung geführt hat.

“Dear Amy” ist ein spannungsgeladener, teilweise bedrückender Thriller, der einen nicht kalt lässt.

An den Thrillern die ich bisher gelesen habe und wozu ich auch “Dear Amy” zähle, schätze ich, dass es oft weniger um blutiges Gemetzel als vielmehr durchdachtes Kopfverdrehen beim Leser sowie den Protagonisten selbst geht. Das Genre Psychothriller ist Programm und Helen Callaghans Werk ist nichts für Zartbesaitete. Die Thematik geht unter die Haut, macht wütend und selbst nur oberflächliche Andeutungen lassen genau wissen, was mit den Opfern geschehen ist.

“Dear Amy” ist ein spannungsgeladener, teilweise bedrückender Thriller, der einen nicht kalt lässt. Die nachlässige Erzählstimme spielt mit dem Leser, macht die 400 Seiten kurzweilig und Lust darauf, sich öfter ein Buch aus diesem Genre zu genehmigen.

Meine Wertung

 

Buchkolumne in der Woche im Pegnitztal (WiP), 15. Februar 2017


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